Staffbase: vom stockenden Prozess zu einem Team, das verlässlich liefert
Wie wir ein dreiköpfiges Staffbase-Team durch ein großes Vorhaben begleitet haben, mit Training am echten Code und einem Lieferrhythmus, dem das Team vertraut.
Die Ausgangslage
Bei Staffbase verantwortete ein dreiköpfiges Team, ein Lead und zwei Entwickler, ein umfangreiches internes Produkt mit einer Roadmap, die stetig wuchs. Die Kapazität war nicht das eigentliche Problem. Das Problem war der Rhythmus. Planung war reaktiv, Reviews liefen ad hoc, und jeder Prioritätswechsel kostete das Team einen Kontextwechsel. Was alle Agilität nannten, fand im Alltag schlicht nicht mehr statt.
Wenn das Team so klein ist, ist Reibung im Prozess keine Fußnote. Sie ist der Engpass.
Was wir gemacht haben
Wir haben beim Team angesetzt, nicht beim Tooling. Zwei Tage Coaching haben sichtbar gemacht, wie das Team tatsächlich arbeitet, wo Entscheidungen hängen bleiben und welche Rituale wirklich tragen, statt nur im Kalender zu stehen. Daraufhin haben wir die Taktung um drei Personen herum gebaut, nicht um eine Abteilung.
Stand-ups wurden kürzer und ehrlicher. Die Planung wurde zu einem schlanken, rollierenden Backlog, mit Akzeptanzkriterien, die vor der Umsetzung geschrieben werden, nicht mitten im Sprint verhandelt. Code-Review wurde aus einer Warteschlange wieder ein Gespräch, mit Pairing an den Mustern, die wir wiederverwendet sehen wollten, sodass das nächste Ticket günstiger war als das vorige.
Die Schulung lief am echten Produkt, nicht auf Folien. Symfony-Konventionen, Test-Strategie und die architektonischen Entscheidungen, die wir verankern wollten, wurden im laufenden Betrieb vermittelt, mit dem Team, das die Muskeln in derselben Begleitung aufbaute. Den Ansatz hinter dem Einarbeiten in fremden Code haben wir separat beschrieben, hier nachlesen, wie wir uns eine fremde Symfony-Codebasis erschließen.
Was sich verändert hat
Das Team läuft heute auf einer Taktung, mit der Lead und Stakeholder planen können. Der Lead führt, statt Status zu suchen. Die Entwickler schreiben mehr Code, als dass sie aushandeln, welcher Code geschrieben werden soll. Die Roadmap bleibt ambitioniert, hängt aber nicht mehr an einzelnen Heldentaten.
Agilität ist zurück, nicht als Label, sondern als etwas, das das Team jede Woche spürt.